The InnoFuels glossary
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- ASTM D1655: Weltweit die am häufigsten verwendete Standardspezifikation für den zivil verwendeten Luftfahrttreibstoff Jet A-1. Darin ist auch Jet A definiert, welches allerdings nur bei US-amerikanischen Inlandsflügen eingesetzt wird und sich lediglich durch den maximalen Gefrierpunkt von Jet A-1 unterscheidet (Jet A: -40 °C, Jet A-1: -47 °C).
- ASTM D4054: Definition und Beschreibung des Zulassungsprozesses für einen neuen Treibstoff, der nach ASTM D7566 zertifzitert werden soll. Auch gültig für den Zulassungsprozess eines neuen Treibstoffadditives.
- ASTM D7566: Standardspezifikation für alternative Luftfahrttreibstoffe. In dieser sind alle alternativen Treibstoffe gelistet und spezifiziert, welche dem konventionellem Jet A-1 / Jet A beigemischt werden dürfen. Entspricht eine Mischung aus konventionellem und alternativem Treibstoff der ASTM-Norm D7566, erfüllt dieser semisynthetische Treibstoff damit auch die Anforderungen der ASTM-Norm D1655. Die Menge, welche maximal dem Jet A-1 (bzw. Jet A) hinzugefügt werden darf, ist ebenfalls in der ASTM-Norm D7566 festgeschrieben. Für die meisten liegt diese Beimischungsgrenze bei 50 %.
- Alcohol to Jet - Synthetic Kerosene with Aromatics (AtJ-SKA): synthetischer Flugkraftstoff via AtJ. Zulassung als Kraftstoffkomponente bis 50 vol-% gemäß ASTM D7566 Annex A8.
- Alcohol to Jet - Synthetic Paraffinic Kerosene (AtJ-SPK): Synthetischer paraffinischer Flugkraftstoff via AtJ. Zulassung als Kraftstoffkomponente bis 50 vol-% gemäß ASTM D7566 Annex A5.
- Alcohol-to-Jet (AtJ; Alkoholbasierte-Kerosinsynthese): Verfahren zur Herstellung von Flugtreibstoffen aus zuckerhaltiger Biomasse wie Zuckerrohr, Maisstärke oder Cellulose über Fermentation zu Ethanol oder anderen Alkoholen, gefolgt von einer Dehydratisierung zu Olefinen und deren Oligomerisierung und Hydrierung zum Kraftstoff.
- Alkalische Elektrolyse (AEL; en. Alkaline Electrolysis): Wasser wird mittels aufgeprägter elektrischer Spannung elektrochemisch in molekularen Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Dabei kommt ein alkalischer Elektrolyt, üblicherweise Kalilauge, zum Einsatz. Niedertemperaturverfahren; Stand der Technik zur Wasserelektrolyse. Kathode: 2 H2O + 2 e− → H2 + 2 OH− Anode: 4 OH− → O2 + 2 H2O + 4 e− Gesamt: 2 H2O → 2 H2 + O2
- Alkohole: Aliphatische organische Verbindungen, die eine Hydroxy-Gruppe (C-OH) enthalten. Bekannte Vertreter sind Methanol (H3C-OH) und Ethanol (H3C-H2C-OH).
- Alkoholische Gärung: Biochemische Umsetzung (Fermentation) geeigneter, idR kohlenhydrathaltiger, Biomasse durch Mikroorganismen unter sauerstoffreier Atmosphäre zu meist kurzkettigen Alkoholen.
- Alternative Kraftstoffe (en. Alternative fuels): Kraftstoffe aus anderen Ausgangsstoffen als Mineralöl, z.B. Erneuerbare Kraftstoffe, aber auch solche aus Erdgas oder Kohle.
- American Society for Testing and Materials (ASTM): Amerikanische Zulassungsbehörde, vergleichbar DIN (deutsches Institut für Normung) und ISO (International Organization of Standardization, Abkürzung von gr. Isos). Verantwortet die im Passagierflugverkehr international gültigen Normen für Flugtreibstoffe.
- Ammoniak (NH3): Chemische Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff. Wird großtechnisch über die Haber-Bosch-Synthese aus Luft-Stickstoff und Wasserstoff hergestellt. Bedeutender Grundstoff für die Herstellung von Stickstoff-Düngern, Kunststoffen (PUR) und anderen Chemikalien. Im Kontext der erneuerbaren Kraftstoffe wird Ammoniak (NH3) als Schiffstreibstoff und Wasserstoffträger diskutiert.
- Anaerober Abbau: Fermentativer Abbau organischen Materials zu Methan (CH4) und Kohlenstoffdioxid (CO2) (Biogas) durch ein spezialisiertes Mikrobiom unter sauerstofffreier Atmosphäre. Der Abbau erfolgt dabei mehrstufig durch verschieden Arten von Mikroorganismen.
- Anrechnungsinstrument : Ein Instrument, dass z.B. durch die Politik festgesetzt wird, um ein politisch definiertes Ziel zu erreichen. Quoten für einen Mindestanteil an erneuerbaren Energien oder für einen Mindest-THG-Einsparung in einem Sektor sind Anrechnungsinstrumente. Durch die verbindliche Anrechnung auf einen Sektor oder einen Zielmarkt dienen sie dem Anreiz und der Förderung bestimmter Produkte oder Technologien.
- Aromaten: Gruppe von Kohlenwasserstoffen und Kraftstoffkomponenten mit charakteristischer Ringstruktur und einem deutlich kleineren H:C-Verhältnis als bei paraffinischen Kohlenwasserstoffen.
- Beimischung: Vorgehensweise zur Erfüllung der Ziele zur Treibhausgasminderung des Kraftstoffmixes durch Mischung fossiler mit emissionsärmeren Kraftstoffen. Dies wird heute in Deutschland in Form von im Benzin mit 5 oder 10 % Bioethanol (E5, E10) und im Diesel mit 7 oder 10 % Biodiesel (B7, B10) realisiert.
- Benzin: Kraftstoff nach DIN EN 228 für die Anwendung in Ottomotoren aus Kohlenwasserstoffen, die sich hinsichtlich ihrer Struktur und Kettenlänge voneinander unterscheiden. Im Unterschied zu Diesel weisen die Komponenten überwiegend eine verzweigte oder ringförmige Struktur auf. Der Siedebereich ist im Vergleich zu Kerosin und Diesel niedrig.
- Bio-Energy with Carbon Capture, Utilization or Sequestration (BECCUS; dt. Bioenergierzeugung mit Kohlenstoffabscheidung zur Nutzung oder Einlagerung): Energieerzeugung aus Biomasse, z.B. Verbrennung in einem BHKW, mit Kohlenstoffdioxid (CO2)-Abscheidung und anschließender Nutzung (Utilization) oder Einlagerung (Sequestration), s. CCUS
- Biodiesel: Bezeichnung für Kraftstoff aus Fettsäuremethylester (FAME) nach DIN EN 14214. Wird aus Pflanzenölen und aus biogenen Rest- und Abfallfetten durch Umesterung mit Methanol hergestellt. C-Kettenlängen und Kraftstoffeigenschaften sind dabei mit fossilem Diesel vergleichbar. vgl. FAME, RME
- Bioethanol (Bio-EtOH): Biobasiert hergestelltes Ethanol. Beimischung zu fossilem Ottokraftstoff nach DIN EN 15376 zu E5/E10. Stand der Technik der Herstellung ist die Fermentation, genauer alkoholische Gärung, zucker- oder stärkehaltigen Pflanzenmaterials, insb. Mais und Zuckerrohr. Neue Verfahrensentwicklungen nutzen Cellulose nach einem entsprechenden Aufschluss von lignozellosem Pflanzenmaterial wie Stroh oder Holz.
- Biogas: Durch anaeroben Abbau von organischem Material erzeugtes Gasgemisch aus Methan (CH4) und Kohlenstoffdioxid (CO2); daneben sind Wasserdampf und Störstoffe wie Stickstoff- und Schwefelverbindungen enthalten. Wird zur Stromerzeugung, Kraft-Wärme-Kopplung oder die Aufbereitung zu Biomethan genutzt.
- Biokraftstoffe: auch biomassebasierte oder biobasierte Kraftstoffe; Kraftstoffe, die (über biochemische, physikalisch-chemische und thermochemische Prozesse) aus Biomasse hergestellt werden. Heute oft nicht mehr ganz zutreffend, in Generationen unterteilt: Biokraftstoffe der sog. 1. Generation (aus Zucker-, Stärke- und Ölpflanzen), auch als konventionelle Biokraftstoffe bezeichnet, sind heute mengenmäßig limitiert; Biokraftstoffe der 2. Generation aus biogenen Reststoffen, entsprechen weitgehend den fortschrittlichen Biokraftstoffen. Biokraftstoffe der nächsten, 3. Generation sollten u.a. aus neuartigen biogenen Rohstoffen (z.B. Mikroalgen) oder durch mikrobielle Direktsynthese (z.B. Farnasene) erzeugt werden
- Biomass-to-Liquids (BtL): Überbegriff für Verfahren zur Herstellung biomassebasierter, flüssiger synthetischer Kraftstoffe über den Weg der Partiellen Oxidation von Biomasse.
- Biomethan (Bio-CH4): Biobasierter Drop-In-Brennstoff für Erdgas nach DIN EN 16723. Kann durch Abscheidung von Kohlenstoffdioxid (CO2) und Störstoffen aus Biogas oder durch Methanisierung von biogenem Synthesegas erzeut werden. Die Methanisierung biogen erzeugten Kohlenstoffdioxids (CO2), beispielsweise aus der bei der Biogas- oder Bioethanolherstellung, führt zu e-Methan, nicht zu Biomethan.
- Blend (dt. Mischung): Kraftstoffgemisch aus verschiedenen Fraktionen; Bezeichnet im Kontext erneuerbarer Kraftstoffe Gemische aus erneuerbaren und konventionellen oder verschiedenen erneuerbaren Kraftstoffen. Bei den heute in Deutschland vertankten Kraftstoffen im Straßenverkehr handelt es sich um Blends, z.B. E5, E10, B7 mit bis zu 5/10 % Bioethanol bzw. 7 % Biodiesel.
- Blendkomponente: Bestandteil eines Blends aus einem bestimmten Herstellungsverfahren (z.B. Fischer-Tropsch- oder Methanol-Synthese). Teilweise werden auch Additive wie ETBE oder MTBE als Blendkomponenten bezeichnet.
- Book & Claim ( ): Prinzip zur bilanziellen Nutzung von SAF wobei Fluggesellschaften SAF kaufen und deren Nutzung auf ihre Emissionsbilanz anrechnen können, auch wenn SAF nicht physisch in ihren Flugzeugen eingesetzt werden.
- Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM / CO2-Grenzausgleichssystem): CBAM beruht auf der Bepreisung von energieintensiven Importprodukten (aktuell Strom, Zement, Stahl, Aluminium, Düngemittel und Wasserstoff) in die EU. Dadurch soll für faire internationale Wettbewerbsbedingungen für heimische, energieintensive EU-Produkte gesorgt werden.
- Carbon Capture and Utilisation or Storage/Sequestration (CCUS; dt. Kohlenstoffabscheidung zur Nutzung oder Einlagerung): Abscheidung von Kohlenstoffdioxid (CO2) aus einem Gasgemisch und Nutzung (Utilization, CCU), z.B. für chemische Synthesen, oder dauerhafte Einlagerung (Storage/Sequestration, CCS)
- Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation (CORSIA / Internationales System zur Verrechnung und Reduzierung von CO2 ): Marktbasiertes Klimakompensationssystem, welches die ICAO 2016 geschaffen hat. Dabei werden die CO2-Emissionen, die derzeit in der Luftfahrt nicht vermieden werden können, als Out-of-Sector-Maßnahme außerhalb des eigentlichen Luftfahrtsektors kompensiert, z.B. durch die Finanzierung CO2-senkender Klimaschutzprojekte mit Projektgutschriften.
- Co-Elektroloyse: Bei der Co-Elektrolyse wird, in einer Hochtemperatur-Festoxid-Elektrolysezelle (SOEC), gleichzeitig Wasser (H2O) und Kohlendioxid (CO2) elektrochemisch in Wasserstoff (H2) Kohlenmonoxid (CO) und Sauerstoff (O2) zerlegt.
- Compressed Natural Gas (CNG; dt. komprimiertes Erdgas): Komprimiertes, unter Druck stehendes Erdgas. Dient der Steigerung der volumetrischen Energiedichte. Nutzung als Kraftstoff, insbesondere im Straßenverkehr, und Brennstoff nach DIN EN 16723.
- DEF STAN 91-91 (UK Defence Standard): UK-Norm für Jet A-1, analog zur ASTM D1655.
- Defossilisierung: Bezeichnet im Verkehrssektor die Umstellung von fossilen Kraftstoffen auf erneuerbare Kraftstoffe, im Allgemeinen den Ersatz fossiler Rohstoffe durch nachhaltige/erneuerbare Kohlenstoffquellen.
- Dehydratisierung: Chemische Abspaltung von Wasser aus einem Molekül, z.B. CH3CH2OH ⇌ CH2=CH2 + H2O
- Dekarbonisierung: Bezeichnet im Verkehrssektor den Übergang von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Kraftstoffe hin zu alternativen Antriebsarten mit batterieelektrischen Fahrzeugen, dem Antrieb mit Brennstoffzellen und der Nutzung von kohlenstofffreien Kraftstoffen. Im Allgemeinen Ersatz fossiler Rohstoffe durch kohlenstoffreie Alternativen.
- Diesel: Ein Gemisch nach DIN EN 590 aus zahlreichen Kohlenwasserstoffen für die Anwendung in selbstzündenden Motoren, die sich hinsichtlich ihrer Struktur und C-Kettenlänge voneinander unterscheiden. Im Unterschied zum Benzin weist die Mehrheit der Komponenten eine lineare Struktur auf (Paraffine). Der Siedebereich ist deutlich höher als bei Benzin.
- Dimethylether (DME): Flüssiggas-Kraftstoff der Formel CH3-O-CH3, der durch Dehydratisierung von Methanol hergestellt wird.
- Direct Air Capture (DAC; dt. (Kohlenstoff-)Abscheidung aus der Atmosphäre): Kohlenstoffdioxid (CO2)-Abscheidung aus der Atmosphäre für CCUS.
- Dirtekte Landnutzungsänderung (dLUC): Die zeitliche Veränderung der Landnutzungsverteilung innerhalb eines Landes. Landnutzung ist charakterisiert durch die Gestaltung, Aktivitäten und Eingriffe, die Menschen in eine bestimmte Bodenbedeckungsart vornehmen, um diese zu erzeugen, zu verändern oder zu erhalten. dLUC wird vor allem relevant, wenn mit der Landnutzungsänderung Veränderungen im Kohlenstoffbestand einhergehen und über diesen Prozess Kohlenstoffdioid freigesetzt oder gebunden wird
- Drop-in-Kraftstoff: Erneuerbarer Kraftstoff, der als Blendkomponente oder Reinkraftstoff verwendet werden kann, wobei innerhalb bestehender Normen keine technologische Anpassungen für ihren Einsatz in Bestandsfahrzeugen und Tankinfrastruktur notwendig sind.
- Einkomponentenkraftstoff: (Erneuerbarer) Kraftstoff, der im Gegensatz zu Blends und Kohlenwassertsoffgemischen wie Benzin, Diesel und Kerosin nur aus einer chemischen Komponente besteht (z.B. Methanol in der Schifffahrt oder Ethanol als E100).
- Elektro-Fuels (e-Fuels): Durch Einsatz von Strom aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O)erzeugte Kohlenwasserstoffe oder Wasserstoff. Vgl. PtX
- Elektrolyse: Elektrolyse ist die Aufspaltung einer chemischen Verbindung durch elektrischen Strom. Dabei laufen unter Elektronenübertragung räumlich getrennte Redoxreaktionen ab. Die Elektrolyse wird in einem Elektrolyseur durchgeführt. Bei der alkalischen Wasserelektrolyse (H2O) beispielsweise entstehen dadurch Wasserstoff ( 2 H2O + 2 e− → H2 + 2 OH−) und Sauerstoff ( 4 OH− → O2 + 2 H2O + 4 e− ).
- Elektrolyseur: Apparat zur Durchführung einer Elektrolyse. In einem Elektrolyseur werden üblicherweise mehrere Elektrolysezellen in sog. Zellen-Stapeln (en. cell stacks) zusammengefasst.
- Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED; en. Renewable Energy Directive ): Bildet den rechtlichen Rahmen für die Entwicklung sauberer Energie in allen Sektoren der EU-Wirtschaft und unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern zur Erreichung dieses Ziels. In ihr sind u.a. Kriterien für fortschrittliche Biokraftstoffe, grünen Wasserstoff (H2) und Wasserstoff-Folgeprodukte (bei Verwendung im Verkehr) definiert.
- Erneuerbarer Diesel: Bezeichnung für paraffinische HVO- bzw. HEFA-Kraftstsoffe, in Abgrenzung zu Biodiesel (FAME). Erneuerbarer, biobasierter Ersatz für fossilen Diesel nach DIN EN 15940.
- Erneuerbarer Kraftstoff: Erneuerbare Kraftstoffe werden aus regenerativen Energiequellen und Rohstoffen hergestellt. Sie umfassen fortschrittliche und konventionelle Biokraftstoffe, sowie Elektro-Fuels (inklusive grünem Wasserstoff (H2) und Ammoniak (NH3)).
- Ethanol (EtOH): Einfacher Alkohol mit zwei C-Atomen, CH3CH2OH. Weit verbreitet als Blendkomponente in Otto-Kraftstoffen (z.B. E10 mit 10 Vol.-% Ethanol) und Bestandteil von Nahrungs- und Genussmitteln (umgangssprachlich oft nur als "Alkohol" bezeichnet). Außerdem dient Ethanol als Ausgangsstoff für die Synthese paraffinischer Kraftstoffe (z.B. AtJ-SPK).
- Ethyl-tert.-Butylether (ETBE): Ether aus Ethanol und iso-Butanol (C6H14O), Klopfschutzmittel als Additiv für Ottokraftstoffe (bis 15 vol-%)
- Europäsiches Emissionshandels-system (EU-EHS): Der Europäische Emissionshandel (EU-EHS) ist das zentrale Klimaschutzinstrument der EU mit dem Ziel, Treibhausgasemissionen in der Energiewirtschaft und der energieintensiven Industrie zu reduzieren [31]. Er wurde 2005 etabliert, um das internationale Klimaschutzabkommen von Kyoto umzusetzen (Richtlinie 2003/87/EG).
- Fermentation: Biochemische Stoffumwandlung durch freie Enzyme oder Mikroorganismen. Grundlage einer Vielzahl biotechnologischer Produktionsverfahren. Im Kontext der erneuerbarer Kraftstoffe insbesondere relevant für die Herstellung von Ethanol (und anderer Alkohole) durch alkoholische Gärung von zucker- und stärkehaltigem Material.
- Fettsäureester (FAE; en. Fatty Acid Esters ): Allgemein, chemische Verbindungen aus Fettsäuren und Alkoholen. Dazu gehören z.B. Pflanzenöle (Triglyceride aus Glycerin und drei Fettsäuren) oder Biodiesel (Fettsäuremethylester, FAME, RME).
- Fettsäuremethylester (FAME, en. Fatty Acid Methyl Ester): Fettsäureester (FAE) aus Fettsäuren und Methanol. Bei Herstellung aus Pflanzenöl oft als Biodiesel bezeichnet, z.B. Rapsmethylester (RME).
- Fischer-Tropsch-Synthese (FT-Synthese): Großtechnisch etablierter Prozess zur Herstellung von synthetischen Kohlenwasserstoffen unterschiedlicher Kettenlänge aus Synthesegas (CO und H2), die zu Kraftstoffen und anderen Produkten weiterverarbeitet werden können.
- Fortschrittliche Biokraftstoffe (en. Advanced Biofuels): Biokraftstoffe, die aus biogenen Abfall- und Reststoffen ohne negative ökologische Auswirkungen hergestellt werden. Zulässige Rohstoffe werden gemäß RED in einer Positivliste geführt. Im Gegensatz dazu werden "Konventionelle Biokraftstoffe" aus öl-, zucker- und stärkeliefernden Pflanzen hergestellt (insbesondere Bioethanol und FAME) und entsprechen den Biokraftstoffen 1. Generation). Ihr Einsatz ist wegen der poentiellen Nahrungs- und Futtermittelkonkurrenz durch die RED begrenzt.
- Gas-to-Liquid (GtL): Herstellung flüssiger Kraftstsoffe aus kohlenstoffhaltigen Gasen, insbesondere Erdgas. In der Regel über den Weg der Synthesegaserzeugung.
- Haber-Bosch-Synthese (HB-Synthese): Chemisches Verfahren zur Synthese von Ammoniak (NH3) aus Stickstoff (N2) und Wasserstoff (H2)
- Heavy Fuel Oil (HFO): Gängiger rohölbasierter Kraftstoff der Schifffahrt nach ISO 8217. Wird auch als Schweröl bezeichnet. Im Gegensatz zu Schiffsdiesel (Marine Gas Oil, MGO) handelt es sich um einen Destillationsrückstand.
- Hybride Kraftstoffe: Erneuerbare Kraftstoffe die durch Kombination von strom- und biobasierten Verfahren hergestellt werden. Beispielsweise Optimierung der Kohlenstoff-Nutzung biobasierter Verfahren durch Zusatz von PtX-Wasserstoff (H2) ,s. PBtX, oder Umsetzung des in biotechnologischen Prozessen gebildeten Kohlenstoffdioxids (CO2).
- Hydrierte Fette und Fettsäuren (HEFA; en. Hydrotreated Esters and Fatty Acids): Produkte aus der Hydrierung von pflanzlichen (HVO) oder tierischen Fetten. In der Regel Paraffine mit C-Kettenlängen im Bereich von Diesel und Kerosin. Können, gegebenenfalls nach weiterer chemischer Modifikation (z.B. Hydroisomerisierung), als Drop-In Kraftstoffe oder Blendkomponenten eingesetzt werden.
- Hydrierte Pflanzenöle (HVO; en. Hydrogenated Vegetable Oils): Produkte aus der Hydrierung von pflanzlichen Fetten, auch als erneuerbarer Diesel bezeichnet. Gehört zu den HEFA.
- Hydrierung: Chemische Addition von Wasserstoff an ein Molekül. Im Bereich der erneuerbaren Kraftstoffe allgemein für Verfahren zur Absättigung von C=C-Doppelbindungen, Entfernung von Heteroatomen (Hydrotreating) wie Sauerstoff (Hydrodesoxygenation, HDO), Stickstoff (Hydrodenitrification, HDN) und Schwefel (Hydrodesulfurization, HDS), zum Spalten (Hydrocracking) oder zum Umlagern (Hydroisomerization) der Kohlenwasserstoffstruktur.
- Hydroprocessed Esters and Fatty Acids - Synthetic Paraffinic Kerosene (HEFA-SPK): Paraffinischer Kraftstoff aus HEFA-Verfahren für die Beimischung zu Flugkraftstoffen. Zulassung als Flugkraftstoffkomponente bis 50 % gemäß ASTM D7566 Annex A2.
- Indirekte Landnutzungsänerung (iLUC): Indirekte Landnutzungsänderungen (ILUC) können auftreten, wenn Flächen, die zuvor für die Lebensmittel- oder Futtermittelproduktion genutzt wurden, für die Produktion von Biokraftstoffen, flüssigen Biobrennstoffen und Biomassebrennstoffen umgenutzt werden. In diesem Fall muss die Nachfrage nach Lebensmitteln und Futtermitteln weiterhin gedeckt werden, was zu einer Ausweitung landwirtschaftlicher Flächen in Gebiete mit hohem Kohlenstoffbestand wie Wälder, Feuchtgebiete und Torfgebiete führen kann, was zusätzliche Treibhausgasemissionen verursacht.
- International Air Transport Association (IATA / Internationale Luftverkehrsvereinigung): Repräsentiert die Branche der Airlines mit 329 Mitgliedern in über 120 Ländern und setzt sich für weltweit harmonisierte Luftverkehrsregeln ein. In ihrer SAF-Roadmap aus dem Jahr 2015 definiert der Branchenverband seine primäre Rolle, bei der Kommerzialisierung und Einführung von SAF, in der Umsetzung von politischen Empfehlungen, der Bereitstellung von Expertenbeiträgen für relevante Arbeitsgruppen sowie in der Beseitigung von Hindernissen für den Einsatz dieser Treibstoffe.
- International Civil Aviation Organization (ICAO / Internationale Zivilluftfahrt-Organisation ): Sonderorganisation der Vereinten Nationen; ihre Hauptaufgabe besteht in der Erarbeitung und Weiterentwicklung von einheitlichen Regelungen für die Sicherheit, Regelmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit des internationalen Luftverkehrs. Im Hinblick auf die weltweite Entwicklung nachhaltiger Treibstoffe sieht sich die ICAO als Vermittler, um Staaten bei ihren Bemühungen zur Entwicklung und dem Einsatz von SAF zu unterstützen.
- Jet A-1: Gebräuchlichster Luftfahrttreibstoff, der nach der Norm ASTM D1655 definiert ist. Hauptbestandteil ist fossiles Kerosin. Hinuz kommen Addtive, z.B. zur Verbesserung der Schmierfähigkeit oder der elektrischen Leitfähigkeit.
- Kerosin: Luftfahrttreibstoffe für die Anwendung in Triebwerken. Wie Benzin und Diesel ein Gemisch aus zahlreichen Kohlenwasserstoffen, die sich hinsichtlich ihrer Struktur und Kettenlänge voneinander unterscheiden. Der Siedebereich liegt zwischen Benzin und Diesel.
- Kohlenstoffdioxid (CO2): Anorganische Kohlenstoffverbindung aus einem Kohlenstoff- und zwei Sauerstoffatomen. Sehr reaktionsträge bzw. energiearm. Neben Wasser Produkt der vollständigen Oxidation (Verbrennung) organischer Verbindungen durch Sauerstoff (z.B. 2 "CH2" + 3 O2 ⇌ 2 CO2 + 2 H2O).
- Kohlenstoffmonoxid (CO): Anorganische Kohlenstoffverbindung aus einem Kohlenstoff- und einem Sauerstoffatom. Im Gegensatz zum Kohlenstoffdioxid (CO2) reaktiv. Ist die Kohlenstoffquelle im Synthesegas und neben Wasserstoff (H2) Grundstoff für synthesegasbasierte Syntheserouten der chemischen Industrie sowie Kraftstoffsynthesen.
- Kohlenwasserstoffe (KW): Organische Verbindungen die nur Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H2) enthalten. Unterscheiden sich in der Anzahl der enthaltenen Kohlenstoff- (C) und Wasserstoffatome (H) sowie der Molekülstruktur. Grundlegende Strukturelemente sind lineare oder verzweigte Ketten und verschiedene zyklische und aromatische Ringformen (siehe Aromaten). Kraftstoffe mit Kohlenwasserstoffen als Hauptbestandteil werden durch ihren Siedebereich definiert.
- Koppelprodukt: Bezeichnet in der Chemie einen bei einer chemischen Reaktion entstehender Stoff, der aufgrund der durch die Reaktionsgleichung vorgegebene Stöchiometrie zwangsläufig in festem Verhältnis zum Hauptprodukt entsteht.
- Kraftstoff: Kraftstoffe (im Schiffs- und Flugverkehr oft auch als Treibstoff bzeichnet) sind allgemein Brennstoffe, deren chemische Energie durch Verbrennung in Verbrennungskraftmaschinen (Kolbenmotor, Gasturbine, …) in mechanische Antriebsenergie umgewandelt wird.
- Life Cycle Assessment (LCA deutsch: Lebenszyklusanalyse oder Ökobilanzierung): Die Methode der LCA ist in den ISO-Normen 14040/14044 standardisiert. Dabei werden die Umweltauswirkungen eines Produktes über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg von der Rohstoffgewinnung über die Produktion, die Nutzung, die eventuelle Wiederverwertung bis hin zur endgültigen Beseitigung beurteilt. Eine LCA kann helfen, die Hauptverursacher von Umweltbelastungen entlang des Lebensweges zu identizieren, umweltfreundlichere Alternativen zu finden, die Ressourceneffizienz zu verbessern und nachhaltigere Produkte zu entwickeln.
- Liquefied Natural Gas (LNG; dt. Flüssigerdgas): mittels Kälte und Druck verflüssigtes Methan (CH4) nach DIN EN ISO 16903. Wird als Straßen- und Schiffskraftstoff, sowie Brennstoff eingesetzt.
- Liquified Petroleum Gas (LPG; dt. Flüssiggas): bei geringem Druck verflüssigte kurzkettige Kohlenwasserstoffe (z.B. Propan, Butan), als Kraftstoff z.B. Autogas nach DIN EN 589
- Marine Gas Oil (MGO): Gängiger rohölbasierter Kraftstoff der Schifffahrt nach ISO 8217, auch als Schiffsdiesel bezeichnet. Unterscheidet sich in seinen Eigenschaften vom Diesel im Straßenverkehr, v.a. hinsichtlich des Siedebereiches, welcher bei MGO höher ist. Im Gegensatz zum Schweröl (Heavy Fuel Oil, HFO) handelt es sich um ein Destillat.
- Massenbilanzsystem: Nachverfolgbarkeit und Verknüpfung bestimmter (Nachhaltigkeits)eigenschaften mit Chargen oder Liefermengen
- Methan (CH4): Einfachster Kohlenwasserstoff mit einem Kohlenstoffatom (C). Höchstes H:C-Verhältnis und damit höchste gravimetrische Energiedichte aller Kohlenwasserstoffe. Hauptbestandteil von Erd- und Biogas. Synthetisch durch Methanisierung von Kohlenstoffmonoxid (CO) und Kohlenstoffdioxid (CO2) mit Wasserstoff (H2) ezeugbar (führt zu SNG). Als Kraftstoff in geringem Umfang in Form von LNG oder CNG insbesondere im Schiffs- und Straßenverkehr genutzt.
- Methanisierung: Verfahren zur Erzeugung von synthetischem Methan (CH4)/SNG durch Hydrierung von Kohlenstoffmonoxid (CO) oder Kohlenstoffdioxid (CO2): CO + 3 H2 ⇌ CH4 + H2O bzw. CO2 + 4 H2 ⇌ CH4 + 2 H2O).
- Methanol (MeOH): Einfachster Alkohol mit einem Kohlenstoffatom (CH3OH). Wird sowohl als synthetische Blendkomponente in Benzin als auch als Reinkraftstoff (Schifffahrt, Brennstoffzellen) betrachtet, ist aber auch ein möglicher Ausgangsstoff für die Herstellung von DME, Olefinen und erneuerbarem Benzin, Kerosin und Diesel. Erneuerbares Methanol kann sowohl biobasiert als auch strombasiert Hergestellt werden, s. Methanolsynthese
- Methanol-Synthese (MeOH-Synthese): Großtechnisch etabliertes Verfahren zur Erzeugung von Methanol aus CO, CO2 und H2: CO + 2 H2 ⇌ CH3OH bzw. CO2 + 3 H2 ⇌ CH3OH + H2O.
- Methanol-to-Gasoline (MtG; dt. Methanolbasierte-Benzinsynthese): In den 1970er Jahren (von Mobil, heute ExxonMobil) entwickeltes Verfahren zur Synthese von Naphtha aus Methanol. Auch als Mobil-Prozesss bezeichnet.
- Methanol-to-Jet (MtJ; dt. Methanolbasierte-Kerosinsynthese): Verfahren zur Herstellung von Flugkraftstoff aus Methanol. Besteht aus den Teilverfahren Methanol to Olefins (MtO) und Olefins to Jet (OtJ).
- Methanol-to-Olefins (MtO; dt. Methanolbasierte-Olefinsynthese): Großtechnisch etabliertes Verfahren zur Synthese kurzkettiger Olefine (Ethen und Propen) aus Methanol durch Dehydratisierung, wobei DME als Zwischenprodukt entsteht: 2 CH3OH ⇌ CH3OCH3 + H2O ⇌ CH2=CH2 + H2O
- Methyl-tert-butylether (MTBE): Ether aus Methanol und iso-Butanol (C6H14O), Klopfschutzmittel als Additiv für Ottokraftstoffe.
- Mobil Olefins to Gasoline and Distillate (MOGD; dt. Mobil Olefinbasierte-Benzin-und-Mitteldestillatsynthese): Proprietäres Verfahren (ExxonMobil) zur Herstellung von Benzin und Diesel aus Olefinen. Entspricht damit dem OtJ-Verfahren, wobei durch Wahl des Katalysators und der Prozessbedingungen die Produktausbeute in den Diesel- und Benzinbereich verschoben wird.
- Nachhaltigkeit : Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation gerecht wird, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.
- Nachhaltigkeitszertifikat : Ein Nachhaltigkeitszertifikat ist eine offizielle Anerkennung, die für ein Produkt oder einem Unternehmen verliehen wird, wenn es bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllt hat. Es ist ein Nachweis darüber, dass die Nachhaltigkeitsanforderungen, die in einem Zertizierungssystem festgelegt sind, eingehalten wurden.
- Naphtha: Bezeichnet die leichte, niedrigsiedende aber noch flüssige Fraktion in der Erdöldestillation, die zu Benzin (Otto-Kraftstoff) veredelt wird, auch als Roh-Benzin bezeichnet. Daneben ist Naphtha auch ein wichtiger Rohstoff der chemischen Industrie, wo daraus via Steamcracking leichte Olefine und andere kurzkettige Kohlenwasserstoffe als Ausgangsstoffe verschiedener Syntheserouten erzeugt werden. Im Kontext der erneuerbaren Kraftstoffe wird, analog zur Erdöldestillation, die leichte, flüssige Fraktion der thermischen Fraktionierung der Produktgemische aus Kraftstoffsynthesesen als erneuerbares Naphtha bezeichnet.
- Near-Drop-In-Kraftstoff: Erneuerbarer Kraftstoff, der als Blendkomponente oder Reinkraftstoff verwendet werden kann. Dabei sind für den Einsatz in Bestandsfahrzeugen und bestehender Tankinfrastruktur nur geringfügige technologische Anpassungen notwendig. Unter Umständen sind bei geeigneter (niedriger) Beimischung auch keine technologische Anpassungen notwendig.
- Nebenprodukt: Bezeichnet in der Chemie einen bei einer chemischen Reaktion in einer Nebenreaktion entstehender Stoff, dessen Bildung durch geeignete Maßnahmen unter Variation der Betriebsbedingungen (Temperatur, Druck, Katalysator, ...) im Gegensatz zum Koppelprodukt beeinflusst werden kann.
- Olefines-to-Jet (OtJ; dt. Olefinbasierte-Kerosinsynthese): Mehrstufiges Verfahren zur Herstellung von Paraffinischem Kerosin, wobei auch geringere Anteile Naphta und Diesel entstehen. Dabei werden kurzkettige Olefine zunächst zu Olefinen im Kettenlängenbereich insbesondere des Kerosins oligomerisiert und anschließend durch Hydrierung zu Paraffinen im gleichen C-Kettenlängenbereich umgesetzt.
- Oxygenate: Organische Verbindungen, die chemisch gebundenen Sauerstoff enthalten, bei Kraftstoffen z.B. Alkohole oder OME.
- Oxymethylenether (OME): Oxy-Methylen-Ether sind meist Mischungen aus Verbindungen der allgemeinen Formel CH3-O-(CH2O)n-CH3, wobei n häufig bei 3 bis 5 liegt (dann geschrieben als OME3-5). Wird als neuartiger Kraftstoff diskutiert. Verbrennt aufgrund der nicht vorhandenen C-C-Bindungen rußärmer, besitzt aber einen deutlich geringeren Enegieinhalt gegenüber fossilen und Drop-in-Kraftstoffen.
- Paraffine: Gesättigte Kohlenwasserstoffe, die aus verzweigten oder linearen Kohlenstoff-Ketten bestehen. Bei geeigneten C-Kettenlängen können sie als Paraffinische Kraftstoffe dienen. Sie können erneuerbar über HEFA-, FT- und AtJ- bzw. MtJ-Verfahren erzeugt werden.
- Paraffinische Kraftstoffe: Kraftstoffe, die, im Gegensatz zu konventionellen Kraftsstoffen, keine zyklischen und aromatischen Kohlenwasserstoffe enthalten. Sie bestehen ausschließlich aus linearen und/oder verzweigten (weitestgehend gesättigten) Kohlenwasserstoffen (Paraffine) und sind über PtL-, AtJ-, MtJ- oder HEFA-Verfahren zugänglich. Sie können herkömmlichen Kraftstoffen nur begrenzt zugemischt werden. Reiner paraffinischer Kraftstoff kann nur in entsprechend ausgelegten Motoren/Triebwerken eingesetzt werden.
- Partielle Oxidation (Partielle Oxidation Vergasung): Verfahren zur Erzeugung von Synthesegas, auch als Vergasung bezeichnet. Unterstöchiometrische Reaktion eines kohlenstoffhaltigen Brennstoffs (Biomasse, Kohle, Erdgas, Raffinerierückstände) mit Sauerstoff. Dadurch wird dieser größtenteils in Kohlenstoffmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2) umgesetzt, im Gegensatz zur Vollständigen Oxidation zu Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) bei einer Verbrennung. Neben Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasser (H2O) entstehen als Nebenprodukte auch geringe Mengen Methan (CH4) und kurzkettiger Kohlenwasserstoffe.
- Power-and-Biomass-to-Fuels-and-Chemicals (PBtX): Sammelbezeichnung für Verfahren zur Erzeugung synthetischer Kraftstoffe, die sowohl strom- als auch biomassebasiert sind. Dabei wird biobasiertem Synthesegas strombasierter Wasserstoff (H2) zugesetz um die Kohlenstoffnutzung zu steigern.
- Power-to-Fuels-and-Chemicals (PtX): Im Kontext der erneuerbaren Kraftstoffe: Herstellung erneuerbarer gasförmiger oder flüssiger Kraftstoffe aus Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserstoff (H2), der mittels Elektrolyse aus erneuerbarem Strom gewonnen wird. Im allgemeinen eine Sammelbezeichnung für die strombasierte Synthese (fester), flüssiger und gasförmiger Stoffe.
- Power-to-Gas (PtG): Erzeugung von gasförmigen Kraftstoffen mittels erneuerbarem elektrischem Strom. Dabei ist zwischen der reinen Wasserelektrolyse (PtG-H2), der synthetischen Erzeugung von e-Methan (PtG-CH4) oder von Ammoniak (PtG-NH3) zu unterscheiden.
- Power-to-Liquids (PtL): Erzeugung von flüssigen Kraftstoffen mittels erneuerbarem elektrischem Strom (vgl. e-Fuels) z.B. über die Fischer-Tropsch- oder Methanol-Synthese.
- Produkt Carbon Footprint (PCF deutsch: Produkt- CO2-Fußabdruck, wobei hier CO2-Äquivalente gemeint sind): Summe der emittierten und entzogenen Treibhausgas-Mengen in einem Produktsystem, angegeben als CO2 -Äquivalente. Diese Treibhausgas-Bilanz ist ein Teil einer LCA, in der nur die Wirkungskategorie "Treibhaus-Potential" betrachtet wird.
- Protonenaustauschmembranelektrolyse (PEMEL; en. Proton Exchange Membrane Electrolysis): Teilweise auch als Polymerelektrolytmembranelektrolyse bezeichnet. Wasser wird mittels elektrischer Spannung elektrochemisch in molekularen Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) gespalten. Dabei kommt eine protonendurchlässige Polymermembran zum Einsatz, die sowohl als Elektrolyt als auch als Diaphragma fungiert. Vorteil gegenüber der AEL ist insbesondere eine höhere Lastflexibilität. Niedertemperaturverfahren; nicht Stand der Technik.
- Rapsmethylester (RME): Biodiesel aus mit Methanol verestertem Rapsöl, häufigste in Deutschland verwendete Blendkomponente für Dieselkraftstoff.
- ReFuelEU Aviation ( ): Die Bestimmungen der ReFuelEU Aviation zielen darauf ab, die Verwendung von nachhaltigen Luftfahrtkraftstoffen im Flugverkehr zu erhöhen. Die festgelegten SAF- und Power-to-Liquid (PtL)-Quoten stellen eine Mindestmenge an SAF im Flugverkehr sicher und sehen eine steigende Beimischungsverpflichtung ab 2025 an allen Flughäfen der EU vor, die bis 2050 schrittweise angehoben wird. Der Mindestanteil an SAF sieht für 2025 bis 2028 eine Beimischungspflicht von 2 % SAF vor, die bis 2030 auf 6 % und bis 2050 bei 70 % ansteigt.
- Recycled Carbon Fuels (RCF): Begriff aus der RED; Kraftstoff aus nicht-biogenen, unvermeidbaren Abfallströmen, die nicht stofflich verwertet werden können.
- Reinkraftstoff: Erneuerbarer Kraftstoff, der im Gegensatz zu Blends praktisch vollständig aus erneuerbaren Komponenten besteht, z.B. FT-Diesel oder E100.
- Renewable Fuel of Non-Biological Origin (RFNBO; dt. Erneuerbarer Kraftstoff nicht-biologischer Herkunft): Meint vor allem aus erneuerbarem Strom hergestellten Wasserstoff (H2) und daraus erzeugte Produkte, die den Kriterien der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie (RED) entsprechen.
- reFuels: kurz für englisch renewable fuels (Erneuerbare Kraftstoffe). Diese umfassen fortschrittliche Biokraftstoffe, Elektrofuels und Wasserstoff.
- reverse Water Gas Shift (rWGS; dt. Reverse Wassergas Konvertierungsreaktion): Chemische Reaktion zur Umwandlung von Kohlenstoffdioxid (CO2) zum reaktiveren Kohlenstoffmonoxid (CO), das z.B. in der Fischer-Tropsch-Synthese eingesetzt werden kann. Umkehrreaktion der WGS-Reaktion. rWGS: CO2 + H2 ⇌ CO + H2O
- Siedebereich: Temperaturbereich in dem ein bestimmter Kraftstoff aus einem Kraftstoffgemisch (z.B. Rohöl, Produktgemisch einer Kraftstoff-Synthese) thermisch durch Verdampfen abgetrennt werden kann. Fossile Kraftstoffe sind über Ihren jeweiligen Siedebereich definiert. Typische Siedebereiche: Naphtha: ca. 35 - 210 °C; Kerosin: ca. 70 - 230 °C; Diesel: ca. 200 - 360 °C
- Solid Oxide Electrolyser Cell (SOEC; dt. Hochtemperatur Feststoffoxid Elektrolyse): Wasser wird mittels aufgeprägter elektrischer Spannung elektrochemisch in molekularen Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) gespalten. Dabei kommen bei hoher Betriebstemperatur (bis ca. 800 °C) feste Oxide als Elektrolyt (und Diaphragma) zum Einsatz. Durch den Betrieb bei hohen Temperaturen kann ein höherer Wirkungsgrad erreicht werden. Hochtemperaturverfahren; auch für Co-Electrolyse; in Entwicklung
- Strombasierter Kraftstoff (SbK): Strombasierte Kraftstoffe werden auch als PtX- Kraftstoffe (Power-to-X) oder PtL-Kraftstoffe (Power-to- Liquid) bezeichnet und sind eine Form der synthetischen Kraftstoffe. Die nachhaltige Herstellung erfolgt auf Basis von Wasserstoff (H2), der mittels Elektrolyse mit erneuerbarem Strom aus Wasser gewonnen wird. Als Kohlenstoffquelle dient meist Kohlenstoffdioxid (CO2) aus unterschiedlichen Resourcen (Luft, Biomasse, Industrieabgase).
- Substitute (synthetic) Natural Gas (SNG; dt. Ersatzerdgas oder synthetisches Erdgas): Synthetisch erzeugtes Erdagssubstitut (CH4), das erneuerbar durch Methanisierung von Synthesegas und von Kohlenstoffdioxid (CO2) aus Biogas oder der EtOH-Fermentation (Bio-SNG) oder aus anderen Quellen (PtG) hergestellt wird. Das Methan (CH4) im Biogas zählt nicht dazu, weil es auf Basis eines natürlichen Prozesses entsteht. Hierbei spricht man von Biomethan.
- Sustainable Aviation Fuel (SAF; dt. Nachhaltige Flugkraftstoffe): Bezeichnung für erneuerbare Treibstoffe, die für den Einsatz in Flugzeugen entwickelt werden und zur Defossilisierung des Luftfahrtsektors beitragen.
- Synfuels : Kurz für Synthetic Fuels (dt. Synthetische Kraftstoffe), Bezeichnung für Kohlenwasserstoff-Kraftstoffe, die über katalytische chemische Synthesen aus kleinen Moleküle wie Kohlenstoffmonoxid (CO), Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasserstoff (H2), Methanol oder Ethanol aufgebaut werden.
- Synthesegas (Syngas): Bezeichnet ein bei hohen Temperaturen hergestelltes Gasgemisch aus den Hauptkomponenten Kohlenstoffmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2). Zudem kann Synthesegas weitere Komponenten wie Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasserdampf (H2O), Methan (CH4) sowie verschiedene Spurengase und Verunreinigungen enthalten. Auch das Gasgemisch zur Herstellung von Ammoniak (NH3), mit den Hauptkomponenten Stickstoff (N2) und Wasserstoff (H2), wird als Synthesegas bezeichnet. Erneuerbares Synthesegas kann biobasiert durch Partielle Oxidation (Vergasung) von Biomasse oder strombasiert durch rWGS oder Co-Elektrolyse hergestellt werden.
- Synthetische Kraftstoffe: Bezeichnung für Kohlenwasserstoff-Kraftstoffe, die über katalytische chemische Synthesen aus kleinen Molekülen wie Kohlenstoffmonoxid (CO), Kohlenstoffdioxid (CO2), Wasserstoff (H2), Methanol oder Ethanol aufgebaut werden.
- Technologischer Reifegrad (TRL; en. Technology Readiness Level): Die Methode erlaubt die Beschreibung der technischen Reife einer Technologie während ihrer Entwicklung und gibt auf einer Skala von 1 bis 9 anhand entsprechender Kriterien an, wie weit entwickelt diese Technologie ist.
- Treibhausgase (THG): klimawirksame Gase, unter anderem Kohlenstoffdioxid, Lachags und Methan
- Treibstoffe: Kraftstoffe, die vor allem im Schiffs- und Flugverkehr eingesetzt werden. Entsprechend auch als Flug- oder Schiffskraft- oder -treibstoffe bezeichnet.
- tank-to-wake (TtW): THG-Emissionen verursacht durch den Kraftstoffverbrauch an Bord eines Schiffs
- tank-to-wheel (TtW): THG-Emissionen verursacht durch den Kraftstoffverbrauch bei einem Kraftfahrzeug
- Used Cooking Oil (UCO; dt. Altspeisefette): Gebrauchte Speiseöle und -fette, die zur Herstellung von FAE und HEFA dienen. Gemäß RED zulässiger Rohstoff zur Herstellung Fortschrittlicher Biokraftstoffe. Verfahren und Produkte sind Stand der Technik und am Markt etabliert.
- Used Cooking Oil Methylester (UCOME dt. Altspeisefettsäuremethylester): FAME aus Altspeisefetten (UCO)
- Wasserelektrolyse: Elektrochemische Aufspaltung von Wasser (H2O) in Sauerstoff (O2) und Wasserstoff (H2) durch Elektrolyse: 2 H2O → 2 H2 + O2. Wird zur Produktion von grünem Wasserstoff durch erneuerbaren Strom genutzt.
- Wasserstoff (H2): Leichtestes und häufigstes chemisches Element. Liegt überwiegend in Verbindungen mit anderen Elementen vor (v.a. Kohlenstoff (C) und Sauerstoff (O)). Aufgrund der hohen gravimetrischen Energiedichte wird er als Energieträger einer defossilen Zukunft angesehen. Erzeugung und Speicherung sind allerdings aufwändig. Heute wird Wasserstoff vorwiegend durch Dampfreformierung von Erdgas (CH4) erzeugt, wobei auch große Mengen Kohlenstoffdioxid (CO2) gebildet werden (CH4 + 2 H2O ⇌ 4 H2 + CO2). Man spricht daher von grauem Wasserstoff. Wird das entstehende Kohlenstoffdioxid (CO2) abgeschieden und eingelagert (CCS) spricht man von blauem Wasserstoff. Eine weitere Möglichkeit der Wasserstofferzeugung ist die Wasserelektrolyse, wobei Wasser (H2O) elektrochemisch durch elektrischen Strom in Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) gespalten wird. Kommt dabei regenerativ erzeugter Strom zum Einsatz, spricht man von grünem Wasserstoff. Je nach Art der zugrundeliegenden Stromrzeugung werden dem entsprechenden Elektrolyse-Wasserstoff auch noch weitere Farben zugeordnet.
- Water Gas Shift (WGS; dt. Wassergas-Konvertierungsreaktion): wichtige Reaktion zur Einstellung eines bestimmten Verhältnisses von Kohlenstoffmonoxid (CO) zu Wasserstoff (H2) in Synthesegas durch Umwandung eines Teils des Kohlenstoffmonoxids (CO) mit Wasser zu Wasserstoff (H2) und Kohlenstoffdioxid (CO2): CO + H2O ⇌ CO2 + H2.
- well-to-tank (WtT): THG-Emissionen bis zur Bereitstellung des Kraftstoffs
- Zertifizierung: Überprüfung und Bescheinigung (d. h. Ausstellung eines Zertifikats) der Einhaltung eines Kriterienkatalogs durch eine unabhängige, oftmals akkreditierte Organisation (Zertifizierungsstelle).
- Zertifizierungssystem: Ein Zertifizierungssystem besteht typischerweise aus einem Satz von Kriterien oder Anforderungen, die erfüllt sein müssen, um ein Zertifikat zu bekommen sowie einem Verfahren zur Überprüfung der Einhaltung dieser Kriterien durch eine unabhängige, oftmals akkreditierte Organisation (Zertifizierungsstelle). Unternehmen, die für ihr Produkt das Audit erfolgreich absolviert haben, wird ein Zertifikat ausgestellt, das sie gegenüber Abnehmer:innen oder Kund:innen als Qualitätssignal einsetzen können.